Ein paar Notizen…

Dieses Jahr geht endlich vorbei. Mit so einem massiven Knall, wie es begonnen hat. Meine Gedanken kreisen, denn rund um mich herrscht Chaos und ich versuche, nicht entgültig hinein gezogen zu werden. Auch wenn ich nur von Querschlägern getroffen werden. Das Epizentrum ist diesmal etwas verschoben, aber es rüttelt gewaltig mit.

Ich hatte seit Sommer eine Liebste. Es war eine schöne Zeit, aber es ist vorbei. Oder fühlt sich zumindest so an. Meine Lebensumstände machten es nicht möglich, ihr das zu geben, was sie gern gehabt hätte. Auch wenn durch eine Ironie des Schicksals genau das eintrifft, was zuerst nicht möglich schien. Zu wenig zu spät. Ich vermisse sie trotzdem sehr. Mein Kreis der Menschen, mit denen ich reden kann, wird immer weniger.

Ich habe viel über mich gelernt. Ich scheine wohl im Beruf echt der Typ zu sein, den man in die Bresche schmeisst, wenn alle anderen Weg laufen. Dort, wo eigentlich keiner lebend rauskommen sollte. Und kaum habe ich es überlebt und die Lücken geschlossen, darf ich die nächste Scheisse richten. Keine Chance mir was so aufzubauen, dass ich auch wirklich erfolgreich sein kann. Immer nur Feuerwehr. Ich verliere meine Leitungsposition, damit ich etwas neues aufbaue. Aber wieder allein. Wobei ich weiß, dass ich ein beschissen schlechter Einzelkämpfer bin.

Ich habe immer mehr das Gefühl, ausbrechen zu müssen. Der Druck ist einfach in Summe immens. Beruflich. Privat schon alleine ohne die Besonderheiten unserer Beziehungen. Und dann eben noch das „extra“, um das sich „normale“ Menschen nicht kümmern müssen. Oder zumindest nicht in dieser Lebensphase. Ich merke es, wie ich es einfach nicht schaffe, diesen Druck abzubauen.

 

Einsilbigkeit (revisited)

An K.:

Wie schaffst du es, immer im richtigen Moment aufzutauchen? Dann, wenn ich denke, das Buch ist zu. Die letzte Tinte trocken? Ich kann es ins Regal zu den vielen anderen stellen?

Jetzt weiß ich zumindest, warum ich nicht mehr wichtig war. Es freut mich sehr für dich. Ich hoffe, er ist gut zu dir. Besser als die anderen, über die du dich beklagt hast. Ich hoffe, du bist gut zu ihm.

Das Echo klingt langsam aus und es bleibt die Stille. Aber die Tinte kann wieder nicht trocken werden. Die Seiten nicht vergilben.

S.

via Studio for WP app.

„Gessn wird daham…“

„Appetit kannst da wo anders hol’n, aber gessn, wird daham!“*

Jeder verheiratete Mann (und wohl auch die Frauen) können sich diesen Spruch anhören, sollten sie mit einer fremden Person flirten oder auch nur bekannt geben, jemanden interessant zu finden. In jeder „Freundes“-Gruppe findet sich meist ein wissentlicher oder einfach nur gesellschaftlich konditionierter Moralapostel,  der damit versucht, den abtrünnigen Ehegatten mit der vollen Kraft der österreichischen Sprache darauf aufmerksam zu machen, dass zu Hause wohl wer nicht erfreut wäre, wenn aus der Interessensbekundung oder dem Blick auf die fremden Rundungen mehr werden würde als das. Weiterlesen

Rotes Haar (ungeschriebene Briefe)

An B.:

Ich bin heute in ihren Armen aufgewacht.

Ihr rotes Haar vor meinen Augen. Das Sonnenlicht schien durch die Vorhänge und reflektierte sich in ihren Strähnen. Glitzernd und schimmern fiel es über den Stoff. Ich wünschte, du könntest es sehen. Langsam drehte sie den Kopf, noch im Schlaf. Ihr Atem berührte mein Gesicht, kurz bevor sie die Augen öffnete und in meine blickte.

Ich weiß, diesen Moment möchte ich nicht teilen. Doch tue ich es gerne mit dir.

S.

3.6.2017