Die Jagd

Ich bitte dich, dein Halsband anzulegen.

Meine Bitte, ein Befehl.

Dein Gewand. Nichts teures, nichts was du liebst. Du wirst es nicht lange tragen. Ein Rock. Darunter keine Unterwäsche. Gute Schuhe, in denen du laufen kannst.

Ich ziehe meine Militärstiefel an. Tue ich nur, wenn wir weit gehen.

Ein Sommerabend, die Glut des Tages schwebt noch über dem Asphalt.

Ich halte dir die Autotür auf, werfe meinen Rucksack auf den Rücksitz. Du fragst mich, wohin wir fahren. Ich antworte dir nicht. Ich befehle dir, den Kopf zu senken. Schnell sind deine Augen fest verbunden.

Während der Fahrt schiebe ich dir den Rock beiseite. Meine Hand gleitet zwischen deine Beine. Ich beginne mit dir zu spielen. Du lehnst dich zurück, genießt meinen festen Griff. Ich spüre den Ärger, dass ich meine Hände nicht am Lenkrad habe. Egal. Die Strecke ist nicht weit, eine Landstraße.

Ein Feld am Waldesrand. Dämmerung. Ich fahre das Auto in einen Feldweg, versteckt in einer Baumgruppe.

Steige aus, gebe dir den Befehl es mir gleich zu tun. Hole meinen Rucksack heraus. Du wartest.

Wo gehen wir hin?

Ich packe dich bei deinen Haaren. Schön zusammen geknotet. Mein Griff für dich.

Du hast kein Recht, mir fragen zu stellen.

Zwinge dich auf die Knie. Du denkst, ich möchte dir meinen Schwanz in den Mund stecken. Nein. Auf den Knien sollst du warten.

Ich stehe hinter dir. Du hörst den Reißverschluss des Rucksacks. Oder ist es meine Hose? Nein. Zu lange.

Neben dir fällt etwas auf den Boden. Seile?

Die Sonne geht unter. Das Feld taucht in Blutrot. Ein schöner Sonnenuntergang. Keine Berge, die das späte Licht nehmen. Ich packe dich und drehe dich so, dass du in die Sonne schauen musst.Reiße dir die Augenbinde nach oben. Das rote Licht brennt in den Augen. Du willst sie mit dem Arm bedecken.

Das habe ich dir nicht erlaubt.

Ich packe deinen Arm, auch deinen zweiten. Fixiere sie mit einer Hand hinter deinem Rücken. Du kennst die Stellung. Darin fessle ich dich gerne.

Mit einem Ruck nach hinten zerstöre ich dir das Oberteil.  Es zerreist einfach. Billige Baumwolle. Gut so.

Du senkst deinen Blick. Ringst kurz nach Luft. Der Halssaum hat dich eingeschnürt.

Den Fetzen stopfe ich dir ins Maul, sobald du wieder atmen kannst. Damit ich dich nicht hören brauche.

Meine Linke greift zum Seilbündel. Ich öffne es neben dir. Wickle es um deine Arme. Ein schneller Knoten, schon so oft geübt. Den Rest des Seiles verwende ich, um es unter deine Brüste zu binden.

Fesseln? Hier draussen? Nett.

Denkst du.

Dein Halsband reflektiert die rote Sonne. Ich überlege, deinen Kopf nach hinten zu binden. Nein, das wäre zuviel. Du sollst ihn bewegen können.

„Jetzt lauf.“. Meine Stimme flüstert dir ins Ohr. Ich ziehe dich hoch. Stoße dich nach vorne. Du drehst dich kurz um. Ein Blick zu mir. Ich sehe deine Energie. Deine Erregung.

Du zögerst kurz. Beginnst dann zu laufen. Die Jagd beginnt.

Der Wolf. Die Wölfin.

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