Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Darf es denn sein, dass sich eine Frau, die emanzipiert und selbstbewusst im Leben steht, sich einem Mann unterwirft. Ihn als Herren bezeichnet. Auf seine Befehle wartet. Ihr Leben von ihm bestimmen lässt?

Darf es denn sein, dass ein Mann, der seine Frau im Leben als gleichberechtigte Partnerin sieht, keine große Entscheidung ohne ihren Rat trifft und der versucht sein Leben so zu ordnen, dass sie ebenso erfolgreich in der Arbeit reüssieren kann, in der Nacht, wenn die Läden zu sind, selbige Frau an den Haaren auf die Knie zwingt und sie für fehlenden Respekt oder geringen Verfehlungen bestraft?

Darf es denn sein, dass er sie nach eigener Lust und Laune nimmt, um seine eigene sexuelle Lust zu befriedigen? Ihr befiehlt, nicht zu kommen? Ihr die Luft zu nehmen, während er sie über den Rand bringt?

Darf es sein, dass sie dabei große Lust empfindet? Erniedrigt zu werden? Genommen zu werden? Schmerzen zu erfahren, sie aufzunehmen? Nach mehr Schlägen zu schreien? Darum zu betteln?

Ja. Es darf. Wenn es beiden gut tut. Es darf, wenn beide dazu ja sagen. Es darf, denn das Tier ist wie es ist. Grausam. Unbändig. Roh. Unersättlich.

Das Tier

Das Tier lauert tief. Egal wie sehr man es versucht zu verstecken. Irgendwann kommt es ans Licht. Möchte jagen, Beute schlagen. Schmeckt das Blut, den Schweiss und die Angst.

Das Tier ist brutal. Nimmt sich, was es braucht. Ohne Rücksicht.

Lange hatte ich es verdrängt, tief in mir. Es zeigte sich immer wieder, blitze hervor aus seinem Versteck. Doch es war angekettet. Gefangen vom Geist.

Was nicht sein darf ist auch nicht.

Doch das Tier ist stark. Es bricht aus. Befreit. Weil jemand die Kette durchschnitt. Und den Durst des Tiers nach Blut stillte.

Ein Wolf.

Komm mir nicht zu nah, sonst kanns geschehen, dass wir beide lichterloh in Flammen stehen.

„Ich will brennen“ – ASP

Kalte Asche (für J)

Draußen weht der Wind.  Ein Schneesturm, ohne Erbarmen.  Ich blicke durch den Raum.  Ein Hotelzimmer,  auf einer Alm,  4 Sterne. Js. Familie feiert unten im Lokal den Geburtstag des Großvaters.  80 Jahre.  Irgendwie aber noch immer aktiv.  Wenn auch nicht mehr so wie vor 9 Jahren,  als ich das erste mal in seinem Wohnzimmer saß. Damals gediegen.  Mitten in der Stadt,  aber fast ein Penthouse.  Seine Frau 10 Jahre jünger. Beide Weltenbummler.

Heute zerfrisst sie der Krebs.
Langsam aber sicher.
Beides Krebsarten,  mit denen man stirbt,  aber nicht an denen.

Zerfressen.
Das bin ich auch.
Die Kinder neben mir im Bett.  Schlafen seit Stunden. Der Sturm tobt und heult. In mir brodelt es. Ich werde sie verlieren.
Vielleicht an eine Frau. Weiterlesen

Kopfkino

Wir betreten den Club. Oder besser – die Location. Die Fahrt hierher war spannend. Weder du noch ich wussten, was uns erwarten wird. Die Gespräche über alltägliches. Wir sind froh, einmal ohne Kinder unterwegs zu sein. Seit Jahren das erste mal.
Und doch ist da die Aufregung. Eine Geburtstagsfeier. Sie hat dich dazu eingeladen.

Ein fast schon versteckter Eingang. Von außen sieht es aus wie ein Büro. Darin ein Vorhang, der die Sicht nimmt. Stimmen. Fremde Menschen, alle gut gelaunt. Ich versuche mich zu fassen. Etwas zu sein, dass ich noch nicht richtig verstanden hatte. Dein Herr. Weiterlesen